Alpenglühen und der Königssee

September 5, 2018

 

Der erste Tag meines Fotoabenteuers beginnt nach nur wenigen Stunden schlaf. Bereits in der letzen Nacht hatte ich die Wallfahrtskirche Maria Gern mit dem Watzmann und dem nächtlichen Sternenhimmel fotografiert. 

 

Nun wollte ich unbedingt das gleiche Motiv bei Sonnenaufgang fotografieren. Das Wetter spielte perfekt mit. Keine Wolke am Himmel!

 

Da ich mir das Hotel direkt neben der Kapelle gebucht hatte, musste ich nicht weit laufen. Ein paar Meter die Strasse hoch, schon war ich da.

 

Allerdings bin ich am Tag noch etwas weiter eine Wiese hinaufgelaufen, um einen etwas anderen Blickwinkel auf die Kirche und den Watzmann zu bekommen (gestern Nacht im Dunkeln war mir das zu riskant). 

 

Und siehe da, ich war nicht der einzigste. Ein holländischer Fotograf war bereits eifrig am fotografieren. Ich stellte meine Kamera auf und fing auch gleich an die ersten Bilder zu machen.

 

Kaum war die blaue Stunde vorbei, begann das Spektakel, die hinter mir aufgehende Sonne tauchte die Bergspitzen des Watzmann in ein goldenes Licht und das frische saftige Grün des Frühlings gab einen tollen Kontrast auf den Fotos. Ich war hellauf begeistert, genau so wollte ich ein Foto haben!

 

Nach dem die Bilder im Kasten waren, schnappte ich mir meine Drohne und machte ein paar Filmaufnahmen und Fotos aus luftiger Perspektive.

 

 

Nach diesen erfolgreichen ersten Aufnahmen ging es erst einmal zurück ins Hotel Frühstücken.

 

 

 

 

Danach ging es endlich zum Königssee, doch vorher hiess es noch ein bisschen Verpflegung und vor allem Sonnencreme in Berchtesgaden zu kaufen.

 

Am grossen Parkplatz vor dem Königssee angekommen, gab es dann die erste kleine Enttäuschung: die Jennerbahn, mit der ich am Nachmittag hoch über den Königssee fahren wollte um von dort ein paar grandiose Aufnahmen zu machen, war wegen Umbauarbeiten geschlossen :-(

 

Somit hatte ich mehr Zeit, um mir den Königssee anzuschauen und zu fotografieren. Und das Wichtigste. Das Wetter war perfekt! Sonnig mit leichten weissen Quellwolken! :-)

 

Der Königssee, er ist einer der schönsten Seen der Alpen, ja vielleicht sogar von ganz Deutschland.

Er schlängelt sich sehr tief und lang durch die Berge und hat damit ein Aussehen, wie ein Norwegischer Fjord.

 

Wenn man den Königssee besuchen möchte, sollte man sehr früh (bis 9.00 Uhr) am wirklich riesigen Parkplatz, direkt am Ort Königssee, sein. Zwar hat man auch wenn man später, so wie ich dort ankommt, noch eine gute Chance auf einen Parkplatz, allerdings wird der Ort Königssee und die am Ufer liegenden Boote dann bereits von hunderten und tausenden asiatischen Touristen bevölkert.   

Da ich erst gegen 9.30 Uhr dort war und nicht zu lange auf ein Boot warten wollte, habe ich den Malerwinkel, von wo aus man einen wunderschönen Blick auf den Königssee hat ausgelassen, um dieses Foto dann am nächsten Tag noch zu machen. Leider war am folgenden Tag der Himmel am Morgen grau in grau :-(

 

Übrigens der Malerwinkel liegt genau auf der linken Uferseite ca. 15 Minuten zu Fuss direkt hinter den Bootshäusern.

 

Wenn ihr eine Schiffahrt über den Königssee machen wollt, setzt euch auf der Hinfahrt auf die Rechte Seite des Bootes, dann könnt ihr die Besten Fotos (St. Bartholomä) machen. Ausserdem bucht auf jeden Fall ein Ticket bis zur Salet Alm und fahrt dort auch zuerst hin. Auf dem Rückweg könnt ihr mit dem gleichen Ticket in St. Bartholomä aussteigen und auch von dort wieder zurück fahren. 

 

 

 

Am Ende des Königssee´s angekommen wanderte ich direkt zum Obersee und den Röthbachfall, Deutschlands höchster Wasserfall. Er stürzt über 470m fast senkrecht an der Röthwand hinab. Hinter ihm beginnt das Steinerne Meer, welches dann überwiegend auf österreichischem Gebiet liegt.

 

 

 

Zu diesem Wasserfall gelangt man nur mit dem Schiff über den Königssee und einer kurzen Wanderung vom Königssee zum Obersee. Übrigens, habt ihr gewusst, das der Königssee und der Obersee einst ein gemeinsamer See waren?! Durch einen massiven Felssturz wurden 1172 beide Seen voneinander getrennt. Auf dem Weg vom Königssee zum Obersee durchquert man den felsigen Moränenwall, welcher fast 700m lang, 800m breit und 300m hoch ist. 

Im darauf gewachsenen Auwald liegen heute immer noch die riesigen Felsblöcke, an denen man vorbei wandern muss.

 

 

 

Am Ende des Obersee´s liegt nicht nur der Röthbachfall, sondern auch noch die 500 Jahre alte Salet Alm. Diese wird auch heute noch in den Sommermonaten bewirtschaftet. Sie hat nach Gründung des Nationalparks, neben den wenigen anderen Almen, eine Sondergenehmigung zur Bewirtschaftung erhalten und sind die einzigsten Almen, welche in einem Alpen Nationalpark liegen.

 

Zwischen dem Königssee und dem Obersee liegt die Gastwirtschaft Salet, hier kann man trotz des einmaligen und nur mit dem Boot zu erreichenden Hot-Spots sehr gut und preiswert Essen! 

 

 

 

Das Vieh wird seit mehreren Jahren per Floss über den Königssee zu den Almen gebracht und wieder abgeholt. Damit entfällt der beschwerliche Auf und Abstieg an den Randhängen des Königssee´s. Auch dieses Sepktakel ist einzigartig in den gesamten Alpen.

Übrigens für das Wort Alm wird auch oft Alp gesagt. Das Wort Alm/Alp stammt aus vorrömischen Zeiten, im lateinischen "Alpes" genannt. Heute sagt man im bayerischen Dialekt Alm (Oberbayern, Österreich OHNE Vorarlberg, Südtirol) und im alemannischen Dialekt (Schweiz, Allgäu, Vorarlberg, Walser-Gebiete) Alp.

Doch egal ob Alm oder Alp die Landschaft ist traumhaft schön, ursprünglich und wild. Schon während der Fahrt über den See hatte ich irgendwie ein Déjà-vu. Diese ganze Szenerie erinnerte mich an den canadischen Lake Waterton im gleichnamigen Nationalpark. Die Ufer am Ende beider Seen, der Bootsausstieg, sowie die Wanderwege am Ufer sind sich sehr sehr ähnlich. 

 

Der Unterschied ist lediglich, das am Ende des Königssee´s eine Alm und der Obersee liegt und im canadischen Lake Waterton eine Rangerstation und die U.S. Grenzaufsicht, denn der See in Canada durchquert die Staatsgrenze zum U.S. Bundestaat Montana.

Wie dem auch sei, beide Seen sind ein Traum, der Vorteil beim Königssee und Obersee ist jedoch, das man hier viel schneller hinkommt, als nach Canada. 

 

Auf der Rückfahrt machte ich noch einen Stopp an der Kirche St. Bartholomä, bevor es dann zurück nach Berchtesgaden ging. Für den Abend und die Nacht war dann noch eine Fototour zum Hintersee geplant.

 

Dieser Bericht mit tollen Fotos folgt demnächst...

 

 

Euer Manuel

 

 

 

 

 

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